Syndrome mit okulokutanem Albinismus
ohne Beziehung zum OCA1- und OCA2-Gen

Hermansky-Pudlak-Syndrom HPS
Chediak-Higashi-Syndrom CHS

Hermansky- Pudlak-Syndrom (HPS)

Das HPS ist begründet in einer Genveränderung auf dem Chromosom 10, wobei bislang noch nicht bekannt ist, weshalb diese Genveränderung zu okulokutanem Albinismus führt. Die wesentlichen Charakteristika sind ein OCA, eine Blutplättchenfehlfunktion, die zu leichten Blutungsneigungen (Nasenbluten) führt, und zur eventuellen Ansammlung von Ablagerungen in Lunge und Darmwand. Das HPS ist insgesamt selten.

Der Albinismus bei HPS geht mit geringer Pigmentierung einher, oft sind gelbblonde Haare zu finden und eine sehr helle Haut, die nicht bräunt. Es gibt aber auch ganz unauffällig aussehende Patienten mit HPS. Die Augenveränderungen sind typisch albinotisch.

Die medizinischen Probleme bei HPS bestehen aus der leicht erhöhten Blutungsneigung und eventuell (nicht bei allen!) in späterem Leben aus Atemproblemen wegen der Ablagerungen in der Lunge. Selten werden auch Darmentzündungen mit Durchfällen beschrieben.

Chediak-Higashi-Syndrom (CHS)

Das CHS ist begründet in einer Genveränderung auf dem Chromosom 1, wobei bislang - genau wie beim HPS - noch nicht bekannt ist, weshalb diese Genveränderung zu okulokutanem Albinismus führt.

Das CHS ist extrem selten. Die Charakteristika sind vor allem eine starke Anfälligkeit für bakterielle Infektionen, die so ausgeprägt ist, daß in der Regel in der Kindheit ständige und wiederholte Krankenhausaufenthalte notwendig sind, um sie in den Griff zu bekommen. Der Albinismus zeigt eine oft deutlich ausgeprägte Pigmentierung, so daß er oft zunächst nicht auffällt.

Die Kinder sind in der Regel schwer krank und pflegebedürftig. Auch hier gilt wieder, um möglichen Sorgen entgegenzuwirken. Ein Kind mit Albinismus und einer Erkältung hat eben nur eine Erkältung und kein CHS! CHS - Kinder sind schwerkrank und die Erkrankung ist extrem selten.

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