Oft wird gefragt: wie viel Sonne ist gut für die Haut?

Ein paar grundsätzliche Dinge dazu:

Die menschliche Haut ist so "konstruiert", daß sie die Sonne in normalen Mengen gut verträgt und auch zum Beispiel für den Vitamin D-Stoffwechsel sogar braucht. Bei Sonnenmangel trat früher die Rachitis im Kleinkindesalter auf als Zeichen für Vitamin D-Mangel. Die Menge an Sonne, die die Haut verträgt, hängt vom Hauttyp (I-IV) ab.

Man könnte Folgendes feststellen: ein Nordeuropäer (Hauttyp I-II) zum Beispiel verträgt entsprechend seiner Herkunft so viel Sonne, wie in der Gegend vorkommt, aus der er stammt. Solche Menschen mit hellem Hauttyp, eventuell Sommersprossen, eventuell rotstichiger Pigmenttyp (sogenannter Keltische Typen) sind deutlich sonnenempfindlicher als andere, dunklere Hauttypen.

Man kann sagen, das je dunkler der Haut- und Haartyp ist um so besser wird die Sonne meist vertragen.

Man selber spürt das einfach daran, ab wann man Sonnenbrand bekommt. Leider scheinen manche Menschen das nicht selber mehr spüren zu können und schätzen sich dann selber falsch ein. Ein zweites Problem neben Sonnenbrand ist die Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose). Diese wird zunehmend häufiger beobachtet und setzt viel früher ein als der Sonnenbrand. Schon bei geringeren Sonnenbestrahlungen im Beginn des Sommers tritt bei untrainierter Haut an typischen Körperregionen Rötung und Juckreiz auf. Befallen werden meist Unterarme außenseitig und Hals/Brustregion. Erstmalig treten Sonnenallergien meist bei Jugendlichen, beziehungsweise ab dem jungen Erwachsenenalter auf. Bei alten Menschen und kleinen Kindern sind sie selten. Die eigentliche Ursache für Sonnenallergien ist unbekannt.

Um sich an die Intensität der Sonnenbestrahlung anzupassen hat die Haut zwei Mechanismen, mit denen sie sich vor zu viel UV-Licht schützt. Einmal das Hautpigment, das von Pigmentzellen (Melanozyten), die in der obersten Hautschicht sitzen, gebildet wird und Lichtenergie in harmlose Wärmeenergie umwandelt und andererseits paßt die Hornhautschicht sich in ihrer Dicke der Sonnenlichtbestrahlung an und wird dicker.

Beide Schutzmechanismen brauchen ein wenig Zeit, die man der Haut zur Anpassung an die Sonne auch lassen sollte.

Dr. Kirchesch, Hautärztlicher Berater der NOAH Albinismus
Selbsthilfegruppe e.V.
Der Verband Kölner Hautärzte / (www.eczem.de)

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